Krieg und Frieden im Ohiotal: Die Rolle der Lenape 1755-1763

Conference_Between_the_French_and_Indian_Leaders_Around_a_Ceremonial_Fire_by_VernierEs ist keine leichte Aufgabe, die Rolle der Lenape-Indianer während des Siebenjährigen Krieges (1755-1763) zu analysieren. Die Quellenlage ist schwierig. Unsere Kenntnisse entspringen zum größten Teil den Berichten der englischen Kolonialmacht, dem Sieger dieses Konfliktes. Sieger schreiben die Geschichte, dies trifft nicht nur in diesem Zusammenhang zu. Darüber hinaus stehen uns die Berichte der Herrnhuter Missionare aus Gnadenhütten zur Verfügung und der Reisebericht des Herrnhuters Friedrich Post, der im Jahr 1758 als Friedensstifter die Dörfer der Delaware bereiste. Hinzu kommen Briefe von direkten Beobachtern wie zum Beispiel dem deutschen Einwanderer Conrad Weiser, der seine Jugend bei Mohawk-Indianern verbracht hatte und der Kolonialverwaltung von Pennsylvania als Vermittler in allen die Indianer angehenden Angelegenheiten zur Verfügung stand. Die Tagebucheinträge und Briefe Sir William Johnsons, dem ersten Superintendent of Indian Affairs, also dem direkt der britischen Krone unterstellten Indianeragent, und seines zwielichtigen Debutys George Croghan ermöglichen ebenfalls einen Blick auf die englische Indianerpolitik in der Mitte des 18. Jahrhunderts und die Kriegsziele des British Empires in diesem „ersten Weltkrieg“. Von der zeitgenössischen Sicht der Lenape und den anderen Völkern des Ohio-Tals auf diesen Konflikt wissen wir nur wenig, doch es lässt sich anhand der Quellen und Berichte ein Bild rekonstruieren, das von einem entschlossenen politischen und kriegerischen Überlebenskampf dieser Gruppen berichtet, der die Kolonialmächte England und Frankreich für einige Zeit vor sich her trieb.

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Ghost Dance, Wounded Knee und James Mooney – eine Spurensuche

Ghost_Dance_at_Pine_RidgeDie Ghost-Dance Bewegung wird gemeinhin als prophetistische Bewegung bezeichnet, die zwar mit dem Paiute Wovoka im Nordosten der USA einen friedlichen Anfang nahm, in ihrer Konsequenz jedoch zu dem furchtbaren Massaker von Wounded Knee führte.  Noch immer sind viele Zusammenhänge unklar, werden viele Vermutungen über den Ursprung und den Anlass der Bewegung und die Gründe seiner unterschiedlichen Verbreitung angestellt. Schließlich ist es die Hauptquelle selbst, James Mooneys Augenzeugenbericht “The Ghost Dance Religion and the Sioux Outbreak of 1890“über Wovoka und die Stätte des Blutbades, an die heutige Forscher viele Fragen haben. “. Bereits ihm Titel differenziert der Abenteurer und Ethnograph „The Indian Man“ James Mooney zwischen der Religion des Ghost Dance und ihren unterschiedlichen politischen Konsequenzen, eine Unterscheidung, die spätere Ethnologen wie Wolfgang Lindig und Alfons Dauer übernahmen.  James Mooney beschäftigte sich viele Jahre mit den Cheyenne und Arapaho, über sie kam er auch in Kontakt mit dem Ghost Dance. Ausführlich legt Mooney nach seinem Interview mit Wovoka dar, dass die Ghost Dance Bewegung in ihrem Ursprung friedlich und auf kulturelle Anpassung zwischen Assimilation und Synkretismus ausgerichtet war, eine kulturelle Überlebensstrategie der bereits im Alltag assimilierten Paiute, während  die Ghost-Dance-Doktrin bei den Sioux und den anderen Plain-Gruppen zu einer Kampfesparole mit schrecklichen Konsequenzen wurde.

Woraus entstand die Bewegung und warum veränderte sie sich mit ihrer Ausbreitung in die verschiedenen Stämme? Wie sehr sind die Antworten auf diese Fragen durch die Ergebnisse, zu denen James Mooney 1892 kam, beeinflusst?

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Schwarzröcke gegen „Zauberer“: Die Jesuitenmission in Neu-Frankreich

Brébuef-jesuits04jesuuoftDie europäische Kolonialisierung Nordamerikas steht bis heute im Zeichen einer „Europäisierung der Welt“, Nordamerika gleichsam als ein künstlich geschaffenes „Neo-Europa“ (Franz-Joseph Post). In der Beschäftigung mit den Anfängen des europäisch-indigenen Kulturkontakts werden die indigenen Beteiligten oft einseitig als Opfer beschrieben, doch bei allem Leid, dass ihnen verursacht waren, so standen sie den erzwungenen Veränderungen doch nicht schlicht wehrlos gegenüber, sondern versuchen das Überleben ihrer Kultur zwischen den Extremen Widerstand und Anpassung an die neuen Lebensverhältnisse zu sichern.

Mission und Kolonialismus

Der christlichen Mission kommt in diesem Konflikt eine entscheidende Rolle zu. Mission war und ist nicht nur in Nordamerika ein „integraler und integrierender Teil im politischen System des westlichen Expansionismus“ (Franz-Joseph Post). Die christliche Bekehrung bot eine Herrschaftslegitimation der Kolonialisten, zugleich war der koloniale Expansionismus die Voraussetzung für die weltweite Verbreitung des Christentums und dessen universalen Anspruch. Doch die Auswirkung der Verbindung von Mission und kolonialer Herrschaft fiel sehr unterschiedlich aus. Wo sie in einigen Teilen der Welt rasch zur beinahe vollständigen Auflösung der überkommenen Strukturen führte, und sowohl der christliche Glaube als auch die europäische Herrschaft zumindest oberflächlich akzeptiert wurde, trafen Missionare an anderer Stelle auf ungeahnte Widerstände.

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Mein neues Kinderbuch ist da: Die letzte Reise des Häuptlings – oder was ist mit Amerika passiert?

Was steckt wohl in dem Lederbündel, das Jonas Vater von seiner USA-Reise mitgebracht hat? Ob es wirklich einmal einem berühmten Häuptling gehört hat? Jonas ist sehr erschrocken, als er mitten in der Nacht Besuch vom alten Häuptling bekommt, dessen Geist ruhelos über die Erde wandert, weil niemand mehr aus seinem Volk überlebt hat, der sich an die alten Rituale erinnert. Was ist mit Amerika passiert, fragt Jonas den alten Häuptling und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, als der alte Häuptling ihn mitnimmt auf eine Reise in die Vergangenheit Amerikas.

Ich stelle das Buch am kommenden Samstag, 16. März um 12:30 Uhr in Halle 2 Stand K105 beim Persimplex Verlag vor.

Das Buch bestellen kann man hier.