Alle Rauhnacht wieder – ein winterlicher Thriller aus der Eifel

Alle Rauhnacht wieder

Ein winterlicher Thriller aus der Eifel.

»Die eine, die warfen sie ins Feuer. Die andere, die warfen sie ins Wasser. Und die letzten, die hat der Wolf geholt.«

12 Nächte zwischen Jahren, 12 Nächte außerhalb der Zeit, 12 Nächte, in denen die Vergangenheit zum Leben erwacht:

Der Tod ihrer Großmutter zwingt Mina zwischen Weihnachten und Neujahr dazu, in ihr Heimatdorf in der Eifel zurückzukehren. In den Rauhnächten, so sagt man, ist die Grenze zwischen der Welt der Geister und der Menschen besonders dünn. Ein namenloses Unheil lauert seit Jahrhunderten im Wald hinter dem Dorf und scheint nur darauf zu warten, erneut zuzuschlagen.
Wer ist die Tote, die in einem lange nicht mehr benutzten Gewölbekeller auf dem Grundstück gefunden wird? Welches Geheimnis hütete die Großmutter bis zu ihrem Tod? Das Tagebuch ihrer Mutter verspricht Antworten, doch bald schon stößt Mina auf die Spuren weiterer ermordeter Frauen. Als dann auch noch die Tochter ihrer ehemals besten Freundin verschwindet, ahnt Mina, dass sie sich vielleicht selbst in höchster Gefahr befindet.

Erscheint am 06.11.2017 Weitere Informationen unter www.salome-sigel.de

 

Wegbereiter der Kolonialisierung: Frühe Mission in Kanada und den USA

In der aktuellen Ausgabe von Amerindian Resarch befindet sich ein neuer Artikel von mir zum Thema Mission in Kanada und Nordamerika.

Als die Europäer nach Nordamerika kamen, brachten sie nicht nur ihre eigenen kulturellen Vorstellungen und wirtschaftlichen Erwartungen mit, sondern auch ihre christliche Religion.
Im 17. Jahrhundert, als sowohl in Neu-Frankreich als auch in Neu-England die ersten Missionsversuche bei den dort lebenden Indianern unternommen wurden, waren in Europa Politik und Religion untrennbar miteinander verbunden. Die Reformation des 16. Jahrhunderts hatte die mächtige Institution der Kirche gespalten und einen Konkurrenzkampf um den größeren Einfluss der katholischen bzw. protestantischen Ausrichtung ausgelöst. In diesem Kontext wurden die Indianer, auf die die Europäer bei ihren ersten Besiedelungsversuchen stießen, in dieses Weltbild eingeschlossen.

Die europäische Kolonialisierung Nordamerikas steht bis heute im Zeichen einer „Europäisierung der Welt“, Nordamerika gleichsam als ein künstlich geschaffenes „Neo-Europa“ (Franz-Joseph Post). In der Beschäftigung mit den Anfängen des europäisch-indigenen Kulturkontakts werden die indigenen Beteiligten oft einseitig als Opfer beschrieben, doch bei allem Leid, dass ihnen verursacht waren, so standen sie den erzwungenen Veränderungen doch nicht schlicht wehrlos gegenüber, sondern versuchen das Überleben ihrer Kultur zwischen den Extremen Widerstand und Anpassung an die neuen Lebensverhältnisse zu sichern.

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Neuer Artikel im AIR über die Rolle der Lenape während des French and Indian War

In der aktuellen Ausgabe von Amerindian Research findet sich ein Artikel von mir zur Rolle der Lenape Indianer während des French and Indian War.

Während des Siebenjährigen Krieges (1755-1763), der seinen Abschluss mit der Niederschlagung des Pontiac Aufstandes fand, kam den Delaware Indianern eine zentrale Rolle zu. Sowohl die französischen als auch englischen Kolonialmächte begehrten sie als Bündnispartner, sie waren es, die letztlich über Krieg und Frieden im Ohiotal entschieden. Doch die Lenape waren mehr als nur Opfer der Umstände. Sie hatten eigene Strategien und Ziele und lange Zeit stand während dieses ersten weltweit stattfindenden Krieges nicht fest, ob sie zu den Verlierern oder Gewinnern gehören würden. Die Quellenlage ist schwierig. Unsere Kenntnisse entspringen zum größten Teil den Berichten der englischen Kolonialmacht, dem Sieger dieses Konfliktes. Sieger schreiben die Geschichte, dies trifft nicht nur in diesem Zusammenhang zu. Darüber hinaus stehen uns die Berichte der Herrnhuter Missionare aus Gnadenhütten zur Verfügung und der Reisebericht des Herrnhuters Friedrich Post, der im Jahr 1758 als Friedensstifter die Dörfer der Delaware bereiste. Hinzu kommen Briefe von direkten Beobachtern wie zum Beispiel dem deutschen Einwanderer Conrad Weiser, der seine Jugend bei Mohawk-Indianern verbracht hatte und der Kolonialverwaltung von Pennsylvania als Vermittler in allen die Indianer angehenden Angelegenheiten zur Verfügung stand. Die Tagebucheinträge und Briefe Sir William Johnsons, dem ersten Superintendent of Indian Affairs, also dem direkt der britischen Krone unterstellten Indianeragent, und seines zwielichtigen Debutys George Croghan ermöglichen ebenfalls einen Blick auf die englische Indianerpolitik in der Mitte des 18. Jahrhunderts und die Kriegsziele des British Empires in diesem „ersten Weltkrieg“. Von der zeitgenössischen Sicht der Lenape und den anderen Völkern des Ohio-Tals auf diesen Konflikt wissen wir nur wenig, doch es lässt sich anhand der Quellen und Berichte ein Bild rekonstruieren, das von einem entschlossenen politischen und kriegerischen Überlebenskampf dieser Gruppen berichtet, der die Kolonialmächte England und Frankreich für einige Zeit vor sich her trieb. Diese Betitelung ergibt sich aus der Tatsache, dass in diesem Krieg vor allem die beiden Kolonialmächte Frankreich und England ihre Konflikte auf multiplen Schauplätzen austrugen, nicht nur in Europa, sondern auch in der Südsee und eben in Nordamerika, überall dort, wo sich ihre Imperien berührten.
Doch welche Rolle spielten die Indianer, allen voran die Lenape, in diesem Krieg?

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Die Hintergründe des Penn’s Creek Massacre – mein Artikel in der aktuellen Ausgabe des AIR

In der aktuellen Ausgabe des Amerindian Research berichte ich über die historischen Begebenheiten des sogenannten “Penn’s Creek Massacre”, die die Grundlage für meine Romanreihe “Trommeln am Fluss” und “Brennende Ufer” bilden.

Das erste Mal erfuhr ich von Marie Le Roy und Barbara Leininger während eines Seminars am Ethnologischen Institut der Universität Frankfurt. Ihr Bericht fesselte mich vom ersten Augenblick an.
Die Geschichte von Marie Le Roy und Barbara gehört in das Genre der sogenannten Captivity Narratives, also die Berichte von europäischen Siedlern, die von indigenen Gruppen in Nordamerika entführt wurden und darüber später berichteten. Diese Geschichten wecken aufgrund ihrer Vielfältigkeit bereits seit zweihundert Jahren das Interesse ihrer Leser. Ungeachtet der Tatsache, dass sie Primärquellen für die Geschichte Nordamerikas sind oder ethnographische Beobachtungen enthalten, lange bevor die indigene Bevölkerung Nordamerika zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen wurde, sind sie Abenteuergeschichten. Sie erzählen von dem aufregendem Leben in der Neuen Welt, von den unbekannten Gefahren der amerikanischen Frontier, deren Aspekte bis heute eine zentrale Rolle im nordamerikanischen Traditionsbewusstsein spielen. Die Erfahrung, unfreiwillig der eigenen Kultur entrissen zu werden und sich plötzlich mitten unter den sogenannten „Wilden“ zu befinden, die sich in Sprache, Lebensweise und Weltsicht grundlegend von der eigenen Sozialisation unterscheiden, hat bis heute nichts von ihrem Schrecken und ihrer Faszination verloren.Leider bleibt der Bericht von Marie und Barbara unvollständig. Über vieles kann nur spekuliert werden, doch ihre Spuren finden sich wieder in anderen Berichten und Quellen und so lässt sich einiges jener vier Jahre, die sie bei den Lenape im Ohiotal verbringen, rekonstruieren.

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“Hexen, Teufel und Propheten” – mein Artikel im AIR

“Hexen, Teufel und Propheten – Wer ist hier wer?
Indigene Hexenverfolgung bei den Lenapé in Nordamerika” – mein Artikel in der aktuellen Ausgabe des Amerindian Research (AIR 04/2015)

„Seit ungefähr 30 Jahren ist in den Religionsbegriffen der Indianer eine merkliche Veränderung vorgegangen. Aus ihrer eigenen Nation standen Prediger auf, welche vorgaben, daß sie Offenbarungen gehabt, Reisen in den Himmel gethan, und mit Gott gesprochen hätten“ (Loskiel 1989:46).Diese Beobachtung notierte der Herrnhuter Missionar und spätere Bischof Georg HeinrichLoskiel 1780, als er anhand der Tagebücher und Briefe seiner Brüder, allen voran der beiden Missionare David Zeisberger und John Heckewelder, eine Geschichte der Mission in Nordamerika verfasste.Der indigeneProphetismuswurde für die Herrnhuter Missionare im Nordamerika des 18. Jahrhundert bald zu einemvertrauten Feind: Bereits in den 1760erJahren forderten die Propheten Neolin und Wangomen als erbitterte Widersacher der Herrnhuter Missioneine Abkehr von der Lebensweise und der Religion der Europäer. Das Auftreten dieser Propheten war eine Reaktion auf die Kolonisation und Missionierung der Indianer des östlichen Waldlandes seit Beginn des 18. Jahrhunderts, eine Konsequenz des oft gewaltsamen Kulturkontakts mit den Europäern und der radikalen Veränderung der traditionellen Lebensweise. Mit strengen Regeln, die das Alltagsleben der Indigenen betrafen, und neuen Ritualen versuchten die Propheten die soziale Ordnung aufrecht zu erhalten.In individuellen Träumen und Visionen, dem traditionellen Kontaktweg des indigenen Nordamerika mit der spirituellen Welt, erfuhren sie, welche Schritte notwendig waren, um ihre Völker aus der Krise zu führen: Abstinenz von Alkohol, eine Rückkehr zur präkolonialen Lebensweise, die oft auch gewaltsamen Widerstand gegen die Kolonialisten einschloss, und zudemder Kampf gegen schädliche Individuen in den eigenen Reihen: die Hexen. Um den tiefverwurzelten Glauben der Indianer an Hexerei und Schadenszauber wussten auch die Herrnhuter Missionare, deren Aufzeichnungen bis heute zu den wichtigsten ethnographischen Quellen über das indigene Nordamerika des 18. Jahrhunderts gehören.

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6000 Meilen auf den Spuren des alten Amerika – ein Reisebericht

Diese Reise gehört zu den schönsten Erinnerungen. Ich danke Chris für sein Tagebuch, meinem Freund Robert für die Fotos und meinem anderen Freund Robert für alles, was er für uns möglich gemacht hat. Ihr seid fantastische Reisegefährten und ich hoffe, wir machen das bald wieder.

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„Vierthalb Jahr unter den Indianern“: Das sogenannte Penn’s Creek Massacre und seine Hintergründe

Meine Buchreihe “Der Ruf der Schildkröte” beruht auf einer wahren Begebenheit – der Capitivity Narrative zweier deutscher Mädchen im Pennsylvania des 18. Jahrhunderts. Die Hintergründe dieser Geschichte sind so faszinierend, das ein Buch kaum ausreicht, um sie alle zu erzählen.

“When an Indian Child has been brought up among us, taught our language and habituated to our Customs, yet if he goes to see his relations and make on Indian Ramble with them, there is no perswading him ever to return. [But] when white persons of either sex have been taken prisoners young by the Indians, and lived a while among them, tho’ ransomed by their Friends, and treated with all imaginable tenderness to prevail with them to stay among the English, yet in a Short time they become disgusted with our manner of life, and the care and pains that are necessary to support it, and take the first good Opportunity of escaping again into the Woods, from whence there is no reclaiming them.”

(Benjamin Franklin)

BenFranklinDuplessisDas erste Mal erfuhr ich von Marie Le Roy und Barbara Leininger während eines Seminars am Ethnologischen Institut der Uni Frankfurt. Ihr Bericht fesselte mich vom ersten Augenblick an.

Die Geschichte von Marie Le Roy und Barbara gehört in das Genre der sogenannten Captivity Narratives, also die Berichte von europäischen Siedlern, die von indigenen Gruppen in Nordamerika entführt wurden und darüber später berichteten. Diese Geschichten wecken aufgrund ihrer Vielfältigkeit bereits seit zweihundert Jahren das Interesse ihrer Leser. Ungeachtet der Tatsache, dass sie Primärquellen für die Geschichte Nordamerikas sind oder ethnographisches Beobachtungen enthalten, lange bevor die indigene Bevölkerung Nordamerika zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen wurde, sind sie Abenteuergeschichten. Sie erzählen von dem aufregendem Leben in der Neuen Welt, von den unbekannten Gefahren der amerikanischen Frontier, deren Aspekte bis heute eine zentrale Rolle im nordamerikanischen Traditionsbewusstsein spielen. Die Erfahrung, unfreiwillig der eigenen Kultur entrissen zu werden und sich plötzlich mitten unter den sogenannten „Wilden“ zu befinden, die sich in Sprache, Lebensweise und Weltsicht grundlegend von der eigenen Sozialisation unterscheiden, hat bis heute nichts von ihrem Hannah_Duston,_by_StearnsSchrecken und ihrer Faszination verloren.

Leider bleibt der Bericht von Marie und Barbara unvollständig. Über vieles kann nur spekuliert werden, doch ihre Spuren finden sich wieder in anderen Berichten und Quellen und so lässt sich einiges jener vier Jahre, die sie bei den Lenape im Ohiotal verbringen rekonstruieren. Ich werde, im Zuge meiner beiden Romane über ihre Geschichte, immer wieder nach den Hintergründen gefragt. Das Folgende ist ein Versuch, die sehr vielfältigen und komplexen Informationen zum Kontext der Romane zusammen zu fassen.  Ich konzentriere mich dabei vor allem auf die historischen Zusammenhänge und die Inhalte der Quellen. Sollte dabei etwas außer Acht gelassen worden sein, so bitte ich das, angesichts der Fülle der Fakten, zu entschuldigen.

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“Reduce them to Civility“: Die puritanische Mission in Neu-England

Elliot_BibelDie englische und die französische Kolonialisierung Nordamerikas unterschieden sich grundlegend. Während vorwiegend französische Händler und später Militärs nach Neu-Frankreich kamen, die weder vorhatten, ihr gesamtes Leben dort zu verbringen, noch das gesamte Gebiet zu erobern, sondern sich vielmehr auf gute Handelsbeziehungen und ein vorsichtiges geographisches „Durchdringen“ (Franz- Joseph Post) im Einvernehmen mit den indigenen Einwohnern beschränkten, waren die ersten Siedler Neu-Englands ihrerseits religiöse Flüchtlinge. Ihr Ziel war die Errichtung einer perfekten Gemeinschaft auf „jungfräulicher Erde“. Für die Puritaner war Nordamerika das ihnen von Gott zugewiesene Land, auf das die Indianer aufgrund ihres angeblichen Heidentums keinerlei Anspruch hatten. Daher spielte ein  gutes Einvernehmen mit den indigenen Gruppen auch nur in den Anfangsjahren der Besiedlung eine Rolle, je mehr sich die Siedlungsstrukturen verfestigten, umso mehr setzte sich die Überzeugung durch, die Indianer müssten dauerhaft verdrängt werden.

Diese Einstellung spiegelte sich auch in den fehlenden Missionsversuchen nieder. In der „Auserwähltheitsdoktrin“ (Horst Gründer) der englischen Siedler gab es keinen Anlass, den in ihren „barbarischen“ Lebensweisen verhafteten Indianern das Wort Gottes zu bringen.

John Eliot, der englische „Apostel der Indianer“, stellte einen vereinzelten Versuch da, die Indigenen zu bekehren. Ab 1646 ließ er die Bibel in Algonquin, einer der Hauptsprachen an der nordamerikanischen Ostküste übersetzen, und predigte bei den Nanantum nahe Boston. Er war der Überzeugung, die Indianer seien einer der verlorenen Stämme Israels. Konvertiten und solche, die es werden sollen, versammelte er in Reduktionssiedlungen. Doch ähnlich den Rekollekten in Neu-Frankreich war auch er der Überzeugung, dass die Bekehrung der Indigenen nur nach einer erfolgreichen Anglisierung geschehen konnte. Zu diesem Zeitpunkt waren die von im missionierten Gruppen durch die Seuchenzüge und die ökonomischen Veränderungen seit dem Eindringen der Europäer bereits in einem kulturellen Auflösungsprozess begriffen. Das Leben in den Reduktionssiedlungen bot eine Form des gemeinsamen Überlebens, der jedoch nach dem King Philip’s War 1675 ein blutiges Ende fand.

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